Archiv des Autors: Christoph Schmidt

Ansatz zur Prüfung einer adäquaten Risikokultur nach MaRisk 6.0

Mit der Veröffentlichung der Mindestanforderungen an das Risikomanagement (MaRisk 6.0) im Oktober 2017 rückt nach den Autoren Schmidt / Reuse unter anderem das Thema Risikokultur in den aufsichtsrechtlichen Fokus. Eine angemessene Risikokultur ist ab Oktober 2018 als Teil der Ordnungsmäßigkeit der Geschäftsorganisation anzusehen und im Institut zu verankern. Banken- und Finanzdienstleistungsinstitute, insbesondere deren Revisionsabteilungen, stehen vor der Herausforderung, die Angemessenheit der Risikokultur zu bewerten und zu prüfen. Der vorliegende Artikel beschreibt die aufsichtlichen Anforderungen an eine Risikokultur in Abhängigkeit von Größe und Komplexität der Institute. Hierzu wird ein fragen- oder interviewbasierter Prüfungsansatz vorgestellt, der die Einführung einer adäquaten Risikokultur im Institut überprüft. Auf Basis nationaler und internationaler Indizien wird zudem ein Modell vorgestellt, welches die Umsetzung der Risikokultur im Zeitablauf quantifizieren kann und welches auch für die Revision anwendbar ist.

ZIR, Heft 05/2018, Seite 220 – 230

Beeinflussung Interner Revisoren durch Führungskräfte und andere Parteien

Objektivität und Unabhängigkeit sind nach den nationalen und internationalen Berufsstandards Kernelemente einer effektiven Internen Revisionsfunktion. Jedoch sind Interne Revisoren diversen Interessen ausgesetzt, die zu einer Beeinträchtigung der Effektivität der Internen Revisionsfunktion führen können. Einflüsse, die die Objektivität und sogar die Unabhängigkeit der Internen Revisoren beeinträchtigen können, sind dagegen weitgehend unerforscht.

Dr. Christoph Schmidt und Univ.-Prof. Dr. Martin Hiebl haben im Rahmen einer Fragebogenstudie unter 400 Internen Revisoren mögliche Beeinflussungen von Internen Revisoren auf ihre Objektivität und Unabhängigkeit untersucht. Das Ergebnis zeigt auf, dass 28,1 Prozent der Teilnehmer angaben, Einflüssen ausgesetzt zu sein, die die Objektivität beeinträchtigen. Insbesondere Führungskräfte, Führungskräfte und Leiter von Internen Revisionsabteilungen üben dabei am häufigsten Einfluss aus.

Quelle: Schmidt, Christoph/ Hiebl, R.W. Martin (2017): Beeinflussung Interner Revisoren durch Führungskräfte und andere Parteien. Ergebnisse einer Umfrage. In: Zeitschrift für Interne Revision. 52 (04), 2017. S. 188-194.

Nähe Informationen unter ZIR_2017-04_Schmidt

 

Qualitätsmanagement in der Internen Revision

Mit der gemeinsamen Veröffentlichung des DIIR Revisionsstandard Nr. 3 sowie des IDW PS 983 wurden von Deutschen Institut für Interne Revision (DIIR) einheitliche Standards für die Prüfung von Internen Revisionssystemen erarbeitet. Beide enthalten nahezu deckungsgleiche 82 Vorgaben zur Beurteilung der Wirksamkeit und Angemessenheit von Internen Revisions-systemen.

Dabei sind 6 Mindestanforderungen definiert. Die Nichtbeachtung würde zu einem Versagen der Wirksamkeit des Internen Revisionssystems führen. In diesem Kontext stellt unter anderem  die Neutralität, Unabhängigkeit von anderen Funktion­en sowie ein uneingeschränktes Informationsrecht ein zentrales Mindestkriterium dar. Dieses Mindestkriterium kann durch ein Rotationsprogramm abgesichert werden.

CSR Richtlinie: Erweiterte Berichtspflichten für den Mittelstand

Mit der Veröffentlichung der Corporate Social Responsibility (CSR) Richtlinien durch das Bundesgesetzblatt  im April 2017 müssen  Unternehmen ab einer bestimmten Grüße  künftig nicht finanzielle Berichtspflichten zu Umwelt-, Arbeitnehmer- und Sozialbelangen, zur Achtung der Menschen-rechte und zu Bekämpfung von Korruption und Bestechung berücksichtigen.

Von der Umsetzung sind demnach große kapitalmarktorientierte Kapitalgesellschaften und haftungsbeschränkte Personengesellschaften sowie große Kreditinstitute und Versicherungs- unternehmen mit mehr als 500 Arbeiternehmer betroffen. Demnach haben auch kleine- und mittelständische Unternehmen (KMU)  die neuen Berichtspflichten zu beachten.

Die Neuregelung ist entweder durch eine nicht finanzielle Erklärung im Lagebericht oder in einem gesonderten Bericht als CSR-Bericht oder als CSR-Konzernbericht umzusetzen und auf der Internetseite der entsprechenden Gesellschaft zu vermerken. Nähere Informationen zur Umsetzung sind unter folgendem Link zu finden: Nachhaltigkeitsbericht 2017

„Es wird Vorständen zu leicht gemacht“

in: Manager Magazin, 19.04.2017

Auf der bevorstehenden Hauptversammlung am 10. Mai 2017 der Volkswagen AG dürften sowohl Vorstand als auch Aufsichtsrat deutlicher Kritik ausgesetzt sein. Der Corporate Governance Experte Christian Strenger kritisiert das kürzlich etablierte Vergütungssystem des Konzerns scharf. Im Kern sieht der Experte folgende Kritikpunkte. Einerseits sind die Schwellenwerter für Boni aus seiner Sicht „unnagemessen“ niedrig. Durch das neue Vergütungssystem würde somit die Grundvergütung um knapp 30 Prozent angehoben. Mit der Erhöhung würden sich auch die Pensionsanspruch der Vorstande  markant erhöhen.

Strenger möchte darüber hinaus Vorstände und Aufsichtsräte nicht entlasten. Aus seiner Sicht haben die Vorstände Organisations- und Aufsichtspflichten versagt. Zudem seien aus seiner Sicht die Rückstellungen der Dieselaffäre zu niedrig angesetzt. Strenger vermisst zudem Unternehmens-Kontrolleure, die wirklich unabhängig sind.

Weitere Informationen unter folgendem Link

 

DIIR Revisionsstandard Nr. 3 und IDW PS 983 veröffentlicht

In kooperativer Zusammenarbeit hat sowohl das Deutsche Institut für Interne Revision (DIIR) als auch das Institut der deutschen Wirtschaftsprüfer (IDW) per 07.04.2017 Standards zur Prüfung von Internen Revisionssystemen veröffentlicht.

Mit dem neuen DIIR Revisionsstandard Nr. 3 bzw. IDW PS 983 kann die Angemessenheit und Wirksamkeit von Internen Revisionssystemen mittels eines externen Quality Assessment überprüft werden.

Nähere Informationen: DIIR Revisionsstandard Nr. 3

 

Gesetzesentwurf zur Umsetzung der Vierten EU-Geldwäscherichtlinie

Die Bundesregierung hat am 17.03.2017 einen Gesetzesentwurf zur Umsetzung der Vierten EU-Geldwäscherichtlinie auf dem Weg gebracht. Demnach haben alle EU-Mitgliedsstaaten  Vorschriften zur Durchführung der Verordnung (EU) 2015/847 zu erlassen.

Die Neuregelung sieht unter anderem eine Stärkung des risikobasierten Ansatzes vor. Dem zu folge müssen alle geldwäscherechtlich Verpflichtende über ein angemessenes Risikomanagement verfügen.

Weitere Inhalte können über folgenden Link eingesehen werden:                                                     Gesetzesentwurf zur Umsetzung der 4. EU Geldwäscherichtlinie

 

 

 

Neue Konsultation zu den bankaufsichtliche Anforderungen an die IT (BAIT)

Das Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) hat am 22.03.2017 die nächste Runde der Konsultation zu den bankaufsichtlichen Anforderungen an die IT (BAIT) auf-genommen.

Die neue Konsultation zu den BAIT definiert als zentrales Ziel auf Grundlage des § 25a Abs. 1 KWG der Geschäftsleitung der Institute  einen flexiblen und praxisnahmen Rahmen für die Aus-gestaltung der IT der Institute zu geben. In diesem Kontext werden die Anforderungen nach §25a Abs. 3 KWG sowie §25b KWG konkretisiert.

Analog zu dem MaRisk kann die Umsetzung nach Art, Größe und Komplexität der Institute (Proportionalitätsprinzip) erfolgen.

Nähere Informationen können unter folgenden Link eingesehen werden:
BAIT Konsultation vom 22.03.2017

Interne Revision: Anforderungen an die Wirksamkeit

Mit Ausgabe 03/2017 des BankPraktikers haben die Autoren Bantleon/Horn/Schmidt einen Fachaufsatz zum Thema „Interne Revision: Anforderungen an die Wirksamkeit“ veröffentlicht. Der Aufsatz nimmt dabei einen Vergleich des IDW EPS 983, DIIR Revisionsstandard Nr. 3 mit den Mindestanforderungen an das Risikomanagement (MaRisk) vor.

Siehe hierzu: http://www.bankpratiker.de

Schutz für Whistleblower durch elektronisches Meldesystem

Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) hat seit dem 01.01.2017 ein elektronisches Meldewesen zu anonymen Meldung von Hinweisen eingeführt. Das Meldewesen stelle eine vollständig Anonymität sicher und erlaube der BaFin mit den Hinweisgebern Kontakt aufzunehmen. Das neue System stelle aus Sicht der BaFin eine verbesserte Möglichkeit für Hinweisgeber dar, potentielles Wissen mitzuteilen. Darüber hinaus bestehe von Seiten der BaFin die Möglichkeit mit dem Hinweisgeber Kontakt aufzunehmen und den Hinweis auf ihre aufsichtsrechtliche Bedeutsamkeit zu prüfen.

Nähere Informationen können Sie über folgenden Link erfahren.